Basaltsäulen Otzberg - Symmetrie von Zauberhand?

Basaltsäulen am Otzberg
Basaltsäulen am Otzberg
Otzberg - ein Vulkan
Der einstige Vulkankegel ist weithin zu sehen.

Der Otzberg ist ein 367 Meter hoher erloschener Vulkan, der die sanfte Hügellandschaft des nördlichen Odenwaldes überragt. Bekannt ist er vor allem durch die Veste Otzberg: Die Burg aus dem 13. Jahrhundert thront weithin sichtbar auf dem Berggipfel.

Während sich die Erdkruste vor etwa 50 Millionen Jahren bei der Gebirgsbildung im Bereich der Alpen zusammenschob, wurde sie im Bereich des heutigen Odenwaldes und der Bergstraße gedehnt. Dabei entstanden zahlreiche Verwerfungen, die als Aufstiegsbahnen für das Magma dienten. Dies führte zur Entstehung von Vulkanen bei Roßdorf und Messel. Nach einer langen Ruhephase wurden die Verwerfungen vor etwa 22 Millionen Jahren erneut aktiviert: Eine über 1.100 °C heiße Gesteinsschmelze bahnte sich ihren Weg nach oben und der Otzberg-Vulkan brach aus. Mittlerweile sind der Vulkankrater und die ausgeflossenen Lavaströme längst abgetragen. Der Otzberg wie wir ihn heute kennen, besteht nur noch aus dem Basalt, der damals im Schlot des Vulkanes erkaltet ist. Dieser ist besonders widerstandsfähig und hat die nachfolgenden Jahrmillionen als „Härtling“ überdauert.

Am Südost-Hang des Otzbergs ist ein interessantes Phänomen zu sehen: Nahezu symmetrische, fünf- bis siebeneckige Basaltsäulen scheinen dort aus der Erde zu wachsen. Wenn das Volumen der heißen Basaltschmelze bei der Abkühlung abnimmt, bilden sich Schrumpfrisse, ähnlich wie beim Ton in einer austrocknenden Pfütze. Wenn die Abkühlung in die Tiefe wandert, setzen sich die Risse weiter fort und erweitern sich zu Klüften. So entsteht die Struktur der Basaltsäulen, deren Bruchflächen rechtwinklig zur Abkühlungsfläche stehen.

 

Parkplatz Veste Otzberg

Im Finkenhäuschen

64853 Otzberg-Hering

Vom Parkplatz den Weg Richtung Veste nehmen.