Die Vielfalt der Messel-Fossilien

Messeler Urpferdchen - Fossilienmuseum Messel
Messeler Urpferdchen - Fossilienmuseum Messel
Krokodil - Fossilienmuseum Messel
Krokodil - Fossilienmuseum Messel
Vogel - Fossilienmuseum Messel
Vogel - Fossilienmuseum Messel

Die in Messel gefundenen Fossilien führen uns in eine Zeit von vor 47 Millionen Jahren: das Eozän. Damals gab es wenige klimatische Unterschiede zwischen der Äquator-Region und nördlicheren Lagen. Messel dürfte auf der geographischen Breite vom heutigen Sizilien gelegen haben. Im Zuge der Kontinentalverschiebung wanderte dieser Ort nach Norden.

 

Auch wenn sich die Artenvielfalt der Grube Messel ist für eine Fossilien-Fundstätte einzigartig in der Welt. Mehrere Hundert Insektenarten wurden entdeckt. Den größten Anteil stellen die Käfer dar. Farblich schillernde Prachtkäfer sind die Sterne der Sammlung. Ameisen und Singzikaden von beeindruckender Größe und mikroskopisch kleine Wanzen machen den kleineren Teil der in Messel gefundenen Insekten aus.

 

Unter den acht entdeckten Fischarten ist der Knochenhecht mit wunderbar erhaltenem Schuppenpanzer am häufigsten vertreten. An Amphibien wurden bisher fünf Arten nachgewiesen. Die Lurche, Salamander und verschiedenen Frösche fanden im Messel-See wohl keine guten Lebensbedingungen.

 

Beeindruckende Reptilien-Funde bezeugen das einstig tropische Klima. Schildkröten mit bis zu 60 cm langen Panzern, vollständig erhaltene Riesenschlangen und bis zu 4 m lange Krokodile wurden ebenso nachgewiesen wie Zwergboas, Leguane, Skinke, Schleichen und Warane. 

Die Hauptgruppe der gefundenen Landwirbeltiere stellen die Vögel dar. Sie ähneln ihren heutigen Verwandten, von denen ein Großteil eher in Mittel- und Südamerika oder in Afrika südlich der Sahara anzutreffen sind.

 

Säugetierfossilien wie Primaten, Fledermäuse, Beuteltiere, Nager, Raub- und Schuppentiere, Paar- und Unpaarhufer bilden den kleinsten Teil der in Messel gefundenen Fossilien. Doch waren sie es, die die Grube Messel weltberühmt gemacht haben. Das Äffchen „Ida“  - das weltweit vollständigste Primatenfossil - erlangte einzigartige Berühmtheit.

 

Der Zustand der Messeler Fossilien ist hervorragend: es finden sich sogar Weichteilabdrücke, Mageninhalte und ursprüngliche Farbgebungen. Viele Fossilien sind vom Kopf bis zur Schwanzspitze vollständig erhalten. Noch immer wird in der Grube Messel weiter geforscht. Wer weiß, welche Geheimnisse sie eines Tages noch preisgibt?